Klimademonstrationen: jetzt erst recht!

In den kommenden Tagen stehen sowohl auf Bundes- als auch auf globaler Ebene wichtige Entscheidungen an, von denen viel für die Zukunft der Menschheit und des Planeten abhängt. In Berlin entscheidet morgen das Klimakabinett über wichtige Maßnahmen für mehr Klimaschutz, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht. In New York findet ab Montag der UN Climate Action Summit 2019 statt mit dem Ziel, weltweit konkrete Pläne zur schnellen Umsetzung des Pariser Klimaabkommens festzulegen. Die globalen Klimademonstrationen morgen sind also wichtig, um allen Akteuren zu zeigen: Die Zeit des Redens ist vorbei, jetzt brauchen wir entschlossenes Handeln.

Die Ereignisse der letzten Wochen sind wenig ermutigend

In den letzten Wochen gingen viele Hiobsbotschaften für das Klima durch die Medien: In Südamerika, Borneo und Sibirien brennen die Wälder, in Island und Grönland schmilzt das Eis rapide, und beim World Energy Congress in Abu Dhabi erklärt der World Energy Council, wie er die Zukunft der Energieversorgung sieht; in keinem seiner drei Szenarien gelingt es, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. Angesichts der vielen negativen Nachrichten und Entwicklungen fragen sich sicher viele, ob es überhaupt noch Sinn hat, für mehr Klimaschutz zu demonstrieren, gerade auch, weil die nun schon seit vielen Monaten andauernden weltweiten Proteste der Schülerinnen und Schüler bisher keine konkreten politischen Handlungen hervorgerufen haben.

Doch die Bewegung hat schon viel erreicht

Führt man sich dann aber einmal vor Augen, was alles passiert ist, seitdem Greta Thunberg zum ersten Mal vor dem schwedischen Parlament in den Sitzstreik getreten ist, kann die Schlussfolgerung nur lauten: Unbedingt weitermachen! Zunächst einmal saß Greta im August 2018 ganz allein in Stockholm auf dem Bürgersteig. Heute führt sie eine weltumspannende Bewegung an. Woche für Woche gehen in vielen Ländern zehntausende, manchmal sogar hunderttausende junger Menschen auf die Straße, um für ihre Zukunft zu demonstrieren. Neben der Schülerbewegung Fridays for Future gibt es eine ganze Reihe weiterer Organisationen, wie Parents for Future, Entrepreneurs for Future oder Scientists for Future, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen. Das Thema Klimawandel hat durch die Proteste überhaupt erst eine sehr breite öffentliche Aufmerksamkeit bekommen – und wird international auch von Politik und Wirtschaft aufgegriffen. Die internationale Kritik an der brasilianischen Regierung wegen ihrer Tatenlosigkeit gegen die Brände im Amazonas-Regenwald wäre ohne die Proteste sicher weniger deutlich ausgefallen. Ebenso die Proteste gegenüber den Autoherstellern zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Und ein Klimakabinett der Bundesregierung hätte es vermutlich auch nicht gegeben.

Gerade jetzt sind weitere Proteste wichtig

Gleichzeitig ist es natürlich wahr, dass den vielen Worten der Politik noch keine wirksamen Taten gefolgt sind. Und dass die Zeit immer knapper wird. Aber gerade deshalb müssen wir jetzt alles daransetzen, zu verdeutlichen, dass der Klimaprotest ernst gemeint ist und nicht aufhören wird, bis endlich etwas passiert. Deshalb hoffe ich, dass morgen weltweit hunderttausende von Menschen auf die Straßen gehen. Auch bei SMA versuchen wir, es einer großen Anzahl von Mitarbeiter*innen zu ermöglichen, an den Demonstrationen teilzunehmen. Denn selbstverständlich liegt das Thema Klimaschutz uns allen besonders am Herzen. Ich bin sehr gespannt darauf, was morgen passieren wird und welche Ergebnisse die Sitzung des Klimakabinetts und der UN Climate Action Summit bringen.

Doch auch wenn diese Ergebnisse nicht so ausfallen, wie ich sie mir wünsche, bin ich fest davon überzeugt, dass es sich lohnt weiter für einen besseren Klimaschutz zu kämpfen. Denn noch haben wir die Chance, den Klimawandel zu stoppen!

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